Löffeltanz im Hippocampus
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Das kulturelle Lernen griechischer Tänze


Üblicherweise wird beim Erlernen eines Tanzes an die Schritte und die physischen Bewegungsabfolgen gedacht. Tanzforscher des griechischen Tanzes unterscheiden hier zwischen dem authentischen Tanz und dem folkloristischen Tanz. Im authentischen Tanz erlernen bereits Kinder eines Dorfes die dort getanzten Tänze im Praktizieren derer. Getanzt wird bis ins hohe Alter, wobei diese Tänze stilistisch verfeinert und im Grundschritt je nach Können der Tänzerin oder des Tänzers in freien Variationen improvisiert werden. Zur motorischen Seite des Tanzes kommt die genaue Kenntnis der Musik, der Liedinhalte (als gesungene Poesie), der Tradition der Tänze im dörflichen Kontext sowie der lokalen Trachten, welche bestimmte gesellschaftliche wie persönliche Aspekte symbolisieren. Das Umfeld dieser Tänze wurde durch das Praktizieren und die mündliche Überlieferung weitergegeben. Von Folklore wird gesprochen, wenn die Faktoren der Stilistik und des Kontextes ausgeblendet werden, z. B. durch Konzentration auf die Motorik, und anstelle des Lernens durch verschiedene Quellen nur eine einzige Quelle tritt. Obwohl in Griechenland das Tanzen weitgehend zur kulturellen Identifikation gehört und das Tanzen bereits in der Grundschule erlernt wird, ist diese "authentische" Kultur am Verschwinden, insbesondere diejenige aus den ehemaligen Regionen Kleinasiens.



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Bettina Henkel, Secession 2004