Löffeltanz im Hippocampus
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Felicitas Thun: Zum Körpergedächtnis

Skizze zu einem Gedankenaustausch mit Bettina Henkel


Aus der performativen Interaktion zwischen Gesten der Vorstellung und Gesten der Erinnerung - man könnte auch sagen: der Kreation und Tradition - wird das Verhältnis von Körperbild und -form des "computeranimierten" Körpers verhandelt. Der Körper der Tänzerin, auf seinen Informationsgehalt reduziert, wird hierbei zu einer Schaltstelle des Generierens von Bedeutung in seiner Mehrdeutigkeit als natürliches, technisches, soziales und kulturelles Speichermedium. Aufgezeigt wird dieser als Medium des Gedächtnisses sowie als Raum der Erinnerung. Die im Körpergedächtnis archivierten tänzerischen und kulturellen Körperbilder werden im Prozess der Tanzaneignung zitiert, negiert, aber auch erneut fixiert und mit Bedeutung belegt, wobei unbewusste und habitualisierte Einlagerungen eine entscheidende Rolle spielen. Diese solchermaßen prozesshaft generierte Bedeutung speist sich aus einem intensiven Dialog zwischen der Tänzerin und dem von ihr im Arbeitsprozess imaginierten Körper. Es handelt sich hierbei um das Training einer intensiven Imagination des Selbst mit dem Ziel, Körper verfügbar zu machen. So gesehen gibt es keinen Solotanz, denn auch das Körpergedächtnis funktioniert im Spiel mit dem Imaginären als Analysemethode nie über das Sehen alleine, sondern immer über den körperlichen Nachvollzug von Bewegung. Insofern haben wir hier ein Angebot vorliegen, an der Relativierung eines Körperbildes mitzuarbeiten, das gegenwärtig von Vorstellungen des geschlossenen Körpers besetzt ist. Let's dance!



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Bettina Henkel, Secession 2004