Löffeltanz im Hippocampus
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Der Löffeltanz


Der Choros Koutalia stammt aus Kleinasien, was, geografisch nicht genau definiert, einen ehemals griechischen Kulturraum in der heutigen Türkei bezeichnet.



Schematische Karte des griechischen Kulturraums (aus dem Internet).
Die hinzugefügten roten Kreise markieren die Orte Silli, Konya (Ikonio) und Farassa in Kappadokien.





Der Tanz wurde/wird in verschiedenen Regionen Griechenlands getanzt, stammt aber hauptsächlich aus Kappadokien, hier aus den Regionen um Farassa, Silli und Ikonio. Es gibt eine große Variationsbreite des Tanzes: wie er, wer ihn und wann er getanzt wurde. Im Löffeltanz tanzen die Tänzerin und der Tänzer mit je einem Paar Holzlöffeln pro Hand, indem sie einen Rhythmus ergänzend zur Musik schlagen, während die Füße einen anderen Schrittrhythmus tanzen (was für Löffeltanzlernende zunächst sehr verwirrend ist). Da die Melodie im Vordergrund nicht das mit den Löffeln geschlagene Rhythmusmotiv wiederholt, sind die TänzerInnen quasi auch MusikerInnen, die den Rhythmus im Hintergrund der gespielten Musik nun verdeutlichen. Getanzt wird in gleich- oder gegengeschlechtlichen Paaren frei im Raum, wobei sich die Paare gegenseitig aufeinander beziehen und zusammen verschiedene Drehungen zur Musik machen.




Zum einen wurde er nur von Frauen getanzt, was meistens der Fall war, oder von Männern (wobei es in diesen Regionen dann für Frauen als unsittlich galt, mit Löffeln zu tanzen), oder zum anderen tanzten auch Männer und Frauen, eventuell auch Ehepaare, gemeinsam. Die Anlässe waren verschieden: Verlobungen, Hochzeiten, Karneval oder religiöse Feste. Als Instrument waren Löffel in Kappadokien weit verbreitet, und häufig wurden Tänze nur mit Gesang und Löffelrhythmen begleitet.



Singende und Tanzende Frau aus Sementra, Kappadokien.
Sammlung des Centre for Asia Minor Studies




Die Angaben (und Videoaufnahmen) hier beziehen sich auf Tanzstunden von Ernst Kriz, künstlerischer Leiter der Tanzgruppe Meltemi, der sich auf einen Löffeltanz aus Misti (Ikonio) bezieht, und einige Instruktionen kamen von Theodossis Diskos, Tanzlehrer aus Makedonien, der sich auf Tänze aus Konya (die Konyali heissen) bezieht. Beiden herzlichen Dank!



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Bettina Henkel, Secession 2004